Sonntag, 9. Dezember 2012

"Every wall is a door"

Ausstellungsbeteiligung im Salzburger Kunstverein
Eröffnung am 5.Dezember 2012

http://www.salzburger-kunstverein.at/at/presse/




Klara Kohler
Every Door Is a Wall, 2012, Kugelschreiber auf Papier, 32 x 23 cm

Klara Kohlers Textarbeit ist als Antwort auf das titelgebende Zitat des Konzeptkünstlers Sol LeWitt entstanden. Dessen Satz „Every Wall is a Door“ (Jede Wand ist eine Tür) war als emphatische Aufforderung zum Bruch mit Regelsystemen gemeint, wird von Kohler jedoch selbst einem rigiden System einverleibt. Einer schulischen Strafarbeit gleich schreibt sie LeWitts Satz hundert Mal nieder und erstellt so eine zwanghaft- repetitive Liste, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Doch produziert jedes System zugleich auch seine Abweichungen: Kleine Fehler und Ungenauigkeiten schleichen sich ein, und an einer stelle findet sich gar die Formulierung „Every Door ist a Wall“ (Jede Tür ist eine Wand) – Versehen oder Absicht? Regelbruch oder düstere Prophezeiung?
(Text von Manuela Ammer)






Die Eröffnung:








folgende Ausstellungsfotos von Andrew Phelps:





Mittwoch, 16. Mai 2012

Ausstellung "Berg Bubu" / Holzschnitte

Ausstellungseröffnung
Mi. 16.5.2012 - 19.30 h
Foyer - Schloß Zell an der Pram

Dauer der Ausstellung:
16.5. - 17.6.12, täglich 9-18 h


Klara Kohler

Berg Bubu
Holzschnitte


In meiner grafischen Arbeit verlasse ich mich auf das, was ich sehen kann.
Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, das Charakteristische.
Das Verhältnis von Nähe und Distanz bestimmt meine Bergmotive. Ich widme mich der Betrachtung des Berges, nicht jedoch seiner Besteigung. Zeichnerisch komme ich nahe heran. Ich erfasse die Form als Ganzes oder widme mich dem Detail bis hin zur Struktur des Gesteins, seiner Oberfläche.
Die Drucktechnik rückt das Motiv wieder ein Stück weit von mir weg. Die Auflösung der Zeichnung in schwarze und weiße Flächen bewirkt eine Abstraktion, wodurch ohne mein Zutun etwas in Erscheinung tritt, das ich nur mit ungenügenden Worten bezeichnen kann.
Stillstand, vollkommnene Ruhe?


Foto: Franz Frauenlob







Ein kurzer Text zu meiner Arbeit meiner Ausstellung:

Die Arbeit in und mit der Natur beginnt ursprünglich während unseres Assistenzaufenthaltes bei Arnulf Rainer in Teneriffa. Mein Lebensgefährte Franz Frauenlob hatte damals einen Platz in den Klippen für sein Arbeiten bestimmt, wo wir uns täglich aufhielten. Ich fertigte in dieser Zeit meine ersten zeichnerischen Steinstudien an. Wir waren extrem beeindruckt von der Kraft der Naturformen und beschlossen dieses Thema weiter zu verfolgen. Unmittelbar nach unserem Aufenthalt in Teneriffa entstanden dann erste Holzschnitte, während Franz Frauenlob größere bisher noch unveröffentlichte Malereien anfertigte.
Die Arbeit an den Bergmotiven entwickelte sich dann in den folgenden Jahren seit 2005 kontinuierlich weiter. Die Intention dabei liegt wesentlich in einer meditativen Vertiefung meiner künstlerischen Arbeit insgesamt. Wesentlich erscheint mir das genaue Wahrnehmen des Soseins der Dinge und der Vermittlung der Faszination der Naturerscheinungen.
Die symbolische Bedeutung des Bergmotives seit alters her, spielt für diese Arbeit ebenfalls eine gewisse Rolle, schwingt selbstverständlich mit, ohne jedoch eine tragende Rolle für mein Tun einzunehmen.
Die neue Serie mit dem Titel 'Berg Bubu' bringt in verschiedenen Hinsichten eine Erweiterung meiner bisherigen Arbeit. Die Einbeziehung von Darstellungen meines jüngst geborenen Sohnes in den Werkzyklus mag im ersten Augenblick fragwürdig erscheinen, da sich Neugeborenene wie man weiß rasch weiterentwickeln und von Augenblick zu Augenblick verschiedenste Aspekte des Ausdruckes sichtbar und erlebbar machen. Trotzdem erlebe ich beim Zeichnen immer wieder Momente, vollkommener Ruhe und Konzentration. Die Zeichnung entspricht letztendlich wie bei jedem anderen Motiv das ich bisher künstlerisch bearbeitet habe, einem absoluten Moment innerlicher Verbindung. Dieses Anhalten der Zeit ist erscheint mir als eine Grundbedingung meiner Arbeit.

Einige Stichworte:

Wiederholung, Das Wiederkehrende
Der Berg, Das Kind, Das Absolute
Die Ruhe, Der Stillstand, Der Schlaf
Ausdauer, Langsamkeit, Schauen



aus dem Atelier zu "Berg Bubu" / Holzschnitte







Aus dem Atelier einige Eindrücke

Donnerstag, 8. September 2011

"Ich werde ohnehin nur Strassenkehrer" - Ausstellung im Salzamt Linz

Klara Kohler
Ich werde ohnehin nur Straßenkehrer“

Fotographie, Video, Interviews, Bucharbeiten
2009-2011

Ein mehrteiliges Projekt, das seinen Anfang 2002/03 in der Gustave-Eiffel-Schule in Berlin nahm und zur Langzeitstudie wurde, die die lebensgeschichtliche Entwicklung von Jugendlichen nachzeichnet.
Es entstand eine medienübergreifende Arbeit, die dokumentarischen Charakter aufweist, jedoch in seiner primären Ausrichtung der künstlerischen Vermittlung von Lebensgefühl verpflichtet bleibt.



Dieses Projekt bedeutet für mich, zu verstehen, in welchen Welten unterschiedlichste Menschen leben. Eine Welt, die mir fremd war – die ich aber in einem kleinen Bereich erfahren kann. –
Es ist wichtig, nicht zu urteilen ohne Gründe - ohne den Versuch gemacht zu haben, den anderen in seinem Werdegang zu verstehen.


Fotographien:

11 SW-Fotographien a' 2 m x 90 cm

Ich entschied mich, Fotographien von 2003 in das Projekt einfließen zu lassen. Die Bilder von damals zeigen die Jugendlichen, nachdem das Video „Augenblick ist Ewigkeit?“ entstanden ist.
Der Hintergrund wirkt ruhig. Nichts lenkt von der Person ab. Durch die Unschärfe wird die Fotographie dem Moment gerecht. Es ist ein Hauch, der zurückbleibt. Alles andere ist vergessen.


Interview mit den Jugendlichen:

Jeden/Jede, den/die ich finden konnte und mit mir sprechen wollte, bekam von mir die gleichen acht Fragen gestellt. Unterschiedlichst wurden diese beantwortet. Unterschiedlichste Lebensformen haben sich aus einer damals gemeinsamen Schulklasse herauskristalisiert.



Bucharbeiten:

15 Bücher: 21 cm x 21 cm, 1 Buch: 14 cm x 21 cm

Es wurden aus den Interviews die Essenzen der unterschiedlichsten Lebensentwicklungen gefunden und dargestellt.
Ich habe Ausschnitte meiner Tagebuchtexte einbezogenen, die auf dem Weg zu den Jugendlichen, oder auch direkt danach entstanden sind.
Sie zeigen mich in einem Moment, wo ich nicht weiß, worauf ich mich einlasse.
Wie wird die Reaktion auf meine Person sein. Kann sich noch jemand an mich erinnern?
Sind sie offen, Momente ihres Lebens zu erzählen? Sich fotographieren zu lassen?
Die Momente der Begegnung.
Schließlich die Gegenüberstellung der fotographischen Portraits.
Es zeigt ein Hintasten zu den Personen. Von Außen kommend, auf der Suche nach den Jugendlichen; Häuserdarstellungen – die Umgebung ihres Lebensumkreises, bis zur Klingel an der Haustür und letzendlich die Person, der Innenraum.



Architekturfotographie:

je 50 cm x 70cm, aufkaschiert

Die fotographische Dokumentation der Wege erfasst die architektonischen Gegebenheiten der verschiedenen Stadtteile in der Peripherie Berlins, wobei ich mich auf der Suche nach Ansichten befinde, die unterschiedlichste Lebenssituationen widerspiegeln. Aus einer langen Reihe von Fotos habe ich 3 Beispiele ausgewählt, die das Grundmuster einer Lebensform aufzeigen.


Videodokumentation:

Mein Konzept für die Videoarbeit ist der Versuch einer Umkehrung. Bei meiner ersten Begegnung mit den Schülern der Gustave-Eifel-Schule habe ich die Kamera benutzt, um etwas festzuhalten, das im Mittelpunkt meines damaligen Interesses war. Jetzt, Jahre später, sollten die Jugendlichen etwas festhalten, dass mit ihrem Leben, mit ihren Interessen zu tun hat. Nach dem Gespräch händigte ich die Videokamera jeweils 24 Stunden aus.
Einige der Jugendlichen haben etwas gefilmt, andere nicht. Es entstanden Einblicke in alltägliche Situationen, Momentaufnahmen. In den meisten Fällen bedeutete mein Angebot allerdings eine Überforderung.




Wegeliste, Wegezeichnungen:

7 Fotographien 30cm x 40 cm; 41 Fotographien, aufkaschiert, 15 cm x 20 cm

Jeder Tag des Unterwegsseins in Berlin auf der Suche nach den Jugendlichen wurde dokumentiert. Der Stadtplan als Unterlage, ließ am Abend jeden Tages die Zeichnung entstehen.



Videoarbeit: „Augenblick ist Ewigkeit ?“
(Goethe) (Kohler)

mit einer 7.Hauptschulklasse, Gustave-Eiffel-Schule, Kastanienallee 82, Berlin.
18 min; 10.Jänner 2003

Schule“ ist ein dynamischer Prozess. Das einzig Beständige ist der Wandel. Es ist immer ein Kommen und Gehen. Im Klassenfoto wird der fortlaufende Prozess unterbrochen um einen Augenblick der Entwicklung festzuhalten. Die Momenthaftigkeit der Fotographie an sich, zeigt sich im Klassenfoto überdeutlich. Diese Dehnung des Augenblicks in die Zukunft steht im Mittelpunkt meiner Videoarbeit mit der ich die Erfahrung der Zeit veranschaulichen möchte.
Über eine Viertelstunde standen die Schüler still,bis die Gruppe wieder in Bewegung geriet und das alltägliche Leben in der Schule seinen Fortgang nahm.
Im weiteren entstanden akustische Aufnahmen von Gruppengesprächen mit den Schülern, die die Themen Augenblick, Erinnerung und Vergessen zum Inhalt hatten.

Der festgehaltene Augenblick ist in dieser Form nicht mehr wiederholbar.


Collage zum Klassenbild:

Ich hätte gerne alle Jugendlichen nach den Interviews 2010 nocheinmal zusammengeführt, um ein Gruppenvideo zu machen, das den Jetztstand zeigt. Doch vergebens. Niemand hat sich an den Termin gehalten. Es war möglich, diese in ihren Orten anzutreffen, doch es war unmöglich sie aus „ihrem Zentrum“ zu locken. Es war unmöglich, ihr Interesse an den anderen damaligen Schulkollegen zu wecken. Jeder bleibt für sich.
Es entstand eine Collage mit den Fotos von den Jugendlichen, die ich bei meinen Besuchen aufgenommen habe. Die Personen wurden auf der Bildfläche dort platziert, wo sie im Video 2003 zu sehen sind.




















 

 

Donnerstag, 28. Juli 2011

"Ich werde ohnehin nur Straßenkehrer"

Klara Kohler
„Ich werde ohnehin nur Straßenkehrer“

Fotographie, Video, Interviews, Bucharbeiten
2009-2011

Ein mehrteiliges Projekt, das seinen Anfang 2002/03 in der Gustave-Eiffel-Schule in Berlin nahm und zur Langzeitstudie wurde, die die lebensgeschichtliche Entwicklung von Jugendlichen nachzeichnet.
Es entstand eine medienübergreifende Arbeit, die dokumentarischen Charakter aufweist, jedoch in seiner primären Ausrichtung der künstlerischen Vermittlung von Lebensgefühl verpflichtet bleibt.

Ausstellungseröffnung: 17. August 2011, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. August 2011 - 30. September 2011
im Atelierhaus Salzamt Linz, Obere Donaulände 15, 4020 Linz





Dienstag, 19. Juli 2011

Lesung von Klara Kohler und Franz Frauenlob in der Margret-Bilger-Galerie

Im Rahmen der Ausstellung: 
Klara Kohler"...denn Verwundung ist das Prinzip der Liebe"   Eine Begegnug mit Margret Bilger

war in der Margret Bilger Galerie des Stiftes Schlierbach eine Lesung von Klara Kohler und Franz Frauenlob 
Briefe und Schriften von und über Margret Bilger zum 40. Todesjahr.
Am Do.7. Juli 2011
Begrüßung: KR Mag. Pater Alfred Strigl
Nachwort: Melchior Frommel

Fotos von Klaus Eberlberger